Das Projekt - Strategische Kooperationsregionen in ländlichen Räumen

 

Es gibt zahlreiche ländliche Regionen abseits der Metropolen in Deutschland, die eine positive wirtschaftliche Entwicklung aufweisen. Diese Regionen stehen bisher wenig im Fokus von Forschung und Öffentlichkeit bzw. wenn dann als gute Beispiele, um strukturschwächeren Regionen mögliche Entwicklungspfade aufzuzeigen.

Jüngere Forschungsarbeiten weisen insbesondere die Bindung von Humankapital sowie Netzwerkstrukturen und Kooperationsbeziehungen als Erfolgsfaktoren regionaler Entwicklung aus. Vor diesem Hintergrund werden Kooperationsregionen, die ihre Lösungskompetenzen in größeren Zusammenschlüssen bündeln, besonders große Entwicklungspotenziale zugeschrieben. In diesem Zusammenhang standen innerhalb der letzten Jahre insbesondere die Potenziale von Metropolregionen im Fokus von Politik und Forschung. Strategisch gebildete Regionen der „mittleren Ebene“ (oberhalb der Landkreise/Kreise) existieren jedoch auch in ländlichen Räumen. Ihre Herausforderungen und Lösungskompetenzen stellen den Untersuchungsgegenstand des Forschungsprojekts „Strategische Kooperationsregionen in ländlichen Räumen“ dar.

Im Projekt wurden sieben Kooperationsregionen in ländlichen Räumen ausgewählt, die in den nächsten zwei Jahren im Rahmen anwendungsorientierter Forschung begleitet werden. Es wird untersucht, welchen spezifischen Herausforderungen ländliche Regionen gegenüberstehen und welche Faktoren bei der Entwicklung von Handlungsansätzen und Lösungsstrategien maßgeblich sind. Förderliche Organisationsstrukturen und Akteurskonstellationen sollen identifiziert und zentrale Erfolgsfaktoren anderen Nachahmer-Regionen zugänglich und nutzbar gemacht werden.

Um von und mit den Regionen zu lernen, wird ein Forschungsdesign gewählt, in welchem praktisches Handeln und wissenschaftliches Arbeiten einen kooperativen Prozess bilden. Dies wird in verschiedenen Bausteinen umgesetzt:

  • Akteurinnen und Akteure der Kooperationsregionen erkunden in Vernetzungstreffen gemeinsame Herausforderungen und Lösungsstrategien.
  • „Gute Beispiele“, d.h. konkrete Maßnahmen zu den bearbeiteten Themen, werden recherchiert, aufgearbeitet und auf der Projekt-Homepage veröffentlicht.
  • Im Rahmen regionaler Fallstudien werden qualitative Interviews mit regionalen Stakeholdern genutzt, um Herausforderungen, Strategien und Lösungskapazitäten zu verstehen und zu analysieren.
  • Zentrales Instrument für den Wissenstransfer ist – neben Veröffentlichungen und der Teilnahme an Veranstaltungen – der Aufbau einer Online-Werkzeugkiste.

Die intensive Kooperation zwischen Forschung und Praxis soll einen kontinuierlichen Dialog und ein direktes Feedback aus der Forschung in die Praxis und umgekehrt ermöglichen. Dieses Vorgehen stellt eine Grundlage für die praktische Anwendbarkeit der Forschungserkenntnisse dar.

Verbundpartner des Projektes sind die Wachstumsregion Ems-Achse GmbH (Praxispartner) und die SPRINT – Wissenschaftliche Politikberatung PartG (Forschungspartner).

Das Projekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE) gefördert (Förderkennzeichnen 2818LE008). Der Förderzeitraum beträgt drei Jahre (November 2018 – Oktober 2021).